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Torsten Scheib (Hrsg.), Casus Belli
[Deutschsprachige Info über Casus
Belli beginnt unter dem nachfolgenden englischsprachigen
Absatz.]
Casus Belli is an
anthology released by writer Torsten
Scheib and published by Eloy
Edictions. The book is 422 pages strong and contains 25 short
novels by 25 writers. Each story takes place during one of the
two world wars and is written in German language. Therefore most
of this page is in German.
TORSTEN SCHEIB (HRSG.), CASUS BELLI - Anthologie
Casus Belli ist eine Anthologie,
herausgegeben von Torsten
Scheib, veröffentlicht von Eloy
Edictions. Das Buch umfaßt 422 Seiten und beinhaltet
25 Kurzromane von 25 Autoren. Alle Stories spielen während
einem der beiden Weltkriege.
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Torsten Scheib (Hrsg.), Casus Belli
Genre: Phantastische Erzählungen
422 Seiten, Taschenbuch
15.00 Euro
Erstausgabe, Oktober 2010
Lektorat: Christian Weis
Cover Design: Björn Ian Craig
Herstellung und Verlag: Eloy Edictions
ISBN: 9783938411223
Klicke auf das Cover um ein Fenster mit einer
großen Version zu öffnen.
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Casus Belli - Klappentext:
Krieg ist die Hölle …
Der Erste und Zweite Weltkrieg - globale Konflikte, deren verheerende
Folgen bis heute spürbar sind. Doch brachte deren Beendigung tatsächlich
den Frieden? Gebar der nicht enden wollende Strom aus Blut, Qualen
und Tod womöglich ein noch schlimmeres Gräuel? Und was ist mit
den schattengleichen Phantasmagorien, welche ihre angestammten
Positionen verlassen und sich lautlos an all jene heranschleichen,
die Freiheit und Vaterland verteidigen?
Fünfundzwanzig Autoren stellten sich dem Unausgesprochenen. Was
sie fanden, lässt keinen unberührt.
CASUS BELLI
Mit Beiträgen von Christian Weis, Stefan Pinternagel, Karla Weigand,
Monika Niehaus, Tim Lebbon, Lars Maria Maly, Michael Schmidt,
Andreas Gruber, Jörg Weigand, Sven Kössler, Weston Ochse, Tobias
Bachmann, Charlotte Engmann, Martin Clauß, Uwe Voehl, Rainer Innreiter,
Tony Caulfield, Markus Kastenholz, Jan Osterloh, Harald Weissen,
Damian Wolfe, David Grashoff, Rainer Schorm, Torsten Scheib und
Stefan Melneczuk.
Nachfolgend die Beiträge im einzelnen:
Christian Weis - Grabenkämpfe
Stefan T. Pinternagel - Briefe aus Togoland
Karla Weigand - Darja
Monika Niehaus - Eine Verkettung unglücklicher Umstände
Tim Lebbon - Bombermond
Lars Maria Maly - Helden deutscher Literatur
Michael Schmidt - Remanenz
Andreas Gruber - Klinik
Jörg Weigand - Hurra, hurra - wir leben noch!
Sven Kössler - Höchste Geheimhaltungsstufe
Weston Ochse - Hiroshima Falling
Tobias Bachmann - Häschen in der Grube
Charlotte Engmann - Ein Heer von Toten
Martin Clauß - Warpain†
Uwe Voehl - Lasset uns Menschen machen!
Rainer Innreiter - Lebensraum
Tony Caulfield - Der Fluch und Niedergang
des Hauses Voltar: Die Abessinischen Greuel
Markus Kastenholz - Rot wie Krieg
Jan Osterloh - Schussfeld
Harald A. Weissen - Wenn Eulen schweigen
Damian Wolfe - Der vierte Reiter
David Grashoff - Die Katzenfrau
Rainer Schorm - Die Natur des Lächelns
Torsten Scheib - Typ 4
Stefan Melneczuk - Keller
Leseprobe:
Der Fluch und Niedergang des Hauses Voltar: Die Abessinischen
Greuel
"(...) "Mama, sie sind alle tot", sagte Sophie traurig.
Cuja folgte ihrem Blick nach vorn und sah, wovon die Kleine sprach.
Sie versuchte, stark zu bleiben und weinte im Stillen.
Hinter ihnen brach die Decke ein. Die Trümmer blockierten jeden
Rückweg. Sie mussten nach vorn gehen. Durch die Hölle dieses unterirdischen
Geheimganges...der über und über mit den Leichen brutalst dahingemordeter
Kinder gepflastert war.
Einige mochten in Sophies Alter sein, die meisten waren jünger.
Der Anblick war entsetzlich. Alle waren grausamst mit Messerschnitten
verstümmelt. Seltsamerweise trugen alle Mullverbände um den Hals,
was die Szenerie nur noch bizarrer erscheinen ließ.
Die Luft wurde knapp. Als sie fast am Ende ihrer Kräfte waren,
sahen sie Tageslicht einige Meter vor ihnen durch die Ritzen einer
schmalen Holztür schimmern. Der Eisenschlüssel passte auch hier
und sie gelangten, am Fuße eines Hügels außerhalb Harars, ins
Freie. Das Senfgas war nicht bis hierher gedrungen – sie konnten
endlich wieder klare Luft atmen.
"Sie sind in größter Gefahr! Folgen Sie mir, schnell!"
Cuja und Sophie zuckten zusammen. Die junge Dame, die ihnen mit
äußerst wohlklingender, doch entatmeter Stimme zugerufen hatte,
rannte auf sie zu. Sie hatte blasse Haut und war so attraktiv
wie Cuja selbst, doch etwas jünger, nicht weit über dreißig. Auch
sie hatte tiefschwarzes Haar, jedoch war es lockig, am Hinterkopf
zu einem Knoten zusammengebunden und wurde von einem fächerförmigen
knallroten Haarband gehalten. Sie trug eine Uniform des Roten
Kreuzes und schwarze Lederstiefel.
In diesem ungünstigsten aller Momente verfiel Sophie von einer
Sekunde auf die andere in einen ihrer rätselhaften Anfälle.
"Mama! Nein! Ich will nicht! Sie soll weggehen!"
Das Mädchen war wie von Sinnen vor Todesangst und Hysterie.
"Schnell, wir müssen weg von hier! Mein Name ist Kimera. Mein
Bruder Janus hat ganz in der Nähe ein ehemaliges Gefängnisgebäude
gekauft und ein bewachtes Lazarett darin eingerichtet. Dort sind
wir sicher. Es sind nicht die Faschisten alleine. Ein wahnsinniger
Mörder treibt hier sein Unwesen!"
"Er ist tot", rief Cuja zurück. "Er wurde gelyncht. Wir haben
..."
Kimera schüttelte heftig den Kopf: "Nein! Er ist noch hier! Ich
weiß, wie er aussieht. Ein Mann in einer deutschen Uniform. Gerade
habe ich ihn dort oben auf dem Hügel beobachtet, aus einem Versteck
heraus. Er ist hierher unterwegs."
Cuja stolperte mit der um sich schlagenden Sophie auf dem Arm
und fiel zu Boden. Als Kimera sich bückte und in eine Tasche ihrer
Uniformjacke griff, wohl um ein erlösendes Beruhigungsmittel herauszuziehen
und es dem Mädchen zu verabreichen, wurde sie von der Front eines
heranstürmenden Automobils erfasst und meterweit geschleudert.
Stöhnend wand sie sich auf dem steinigen Wüstenboden.
Cuja sah, wie der einzige Fahrer des Rotkreuzwagens auf sie zusprang.
Der Mann trug eine deutsche Uniform. Um seinen Hals war er eine
blutverkrustete Mullbinde gewickelt. Das also war der Wahnsinnige
von dem Kimera berichtet hatte.
Cuja warf einen Stein, um den geisteskranken Mörder abzuwehren,
doch der Mann duckte sich blitzschnell weg.
"Ich will ihr Leben retten!", rief er mit fester Stimme. "Steigen
Sie in den Wagen!"
Sophie hatte sich aufgerafft. "Mama, komm!"
Das Mädchen riss die Beifahrertür des Wagens auf und krabbelte
zwischen den beiden Vordersitzen nach hinten.
"Sophie! Nein! Was tust du?"
Der Mann hatte ein Messer gezogen und zwang Cuja einzusteigen.
Bevor sie noch auf den Fahrersitz rutschen und versuchen konnte,
mit Sophie und Kimera zu fliehen, saß er bereits hinter dem Steuer.
"Gott vergib mir, ich muss es tun", sagte er, mit einem Gemisch
aus Trauer und Wahn in der Stimme.
Der Wagen schoss mit einem Ruck voran, auf die sich gerade aufrappelnde
Kimera zu. Ihre großen, dunklen Augen weiteten sich und blitzten
auf. (...)"
Weitere Info über Casus Belli:
Ein Interview mit dem Autor und Casus Belli Herausgeber
Torsten Scheib findet sich auf
dieser Page des Blogs zum Horror Award Vincent-Preis.
Auszug:
"VP: Demnächst erscheint deine Anthologie CASUS BELLI. Was
dürfen die LererInnen dort erwarten?
TS: Zunächst einmal ein Geständnis: Die Idee stammt im Grunde
nicht von mir. Es gibt eine US-Anthologie namens "A
Dark and Deadly Valley" die ausnahmslos Horrorstorys in sich
vereinigt, welche zur Zeit der großen Weltkriege spielen.
Ich fand das Konzept genial und ärgerte mich, dass es so etwas
nicht in Deutsch gibt - zumal es sicherlich sehr interessant und
spannend wäre, wenn sich deutsche Autoren mit der, im Grunde eigenen,
Vergangenheit auseinandersetzen würden.
Walter Diociaiuti war der gleichen Meinung und gab mir schließlich
grünes Licht in Sachen Veröffentlichung bei Eloy
Edictions.
Und neben zwei renommierten Autoren aus den USA und England konnte
ich praktisch alle Schriftsteller gewinnen, die mir persönlich
sehr am Herzen lagen. Und keiner enttäuschte. Vielmehr werden
in CASUS BELLI ausnahmslos großartige Beiträge vertreten sein,
die nahezu jedes Spektrum abdecken: Von absolutem Grauen hin zu
bitterböser Satire und zu Herzen gehendem Drama.
Abgerundet wird das Buch von einem kongenialen Cover für das sich
Björn Ian Craig verantwortlich zeichnet.
Ich bin sehr stolz, eine ebenso illustre wie talentierte Riege
gewonnen zu haben - und das sage ich nicht, weil ich der Herausgeber
bin, sondern vielmehr als Fan und Leser.
Ferner prophezeie ich: Die eine oder andere Story aus CASUS BELLI
wird mit Sicherheit beim nächsten Vincent Preis auftauchen …"
Tony Caulfields Beitrag zu Casus Belli mit dem Titel Der
Fluch und Niedergang des Hauses Voltar: Die Abessinischen Greuel
wurde von diesem bereits mehrmals teilweise oder ganz im Hörbuchstil
auf Lesungen vorgetragen.
So etwa an
Halloween 2009 in der Galerie fingerspitzundkunst (Kaiserslautern),
am
23.01.2010 im Café23 (Kaiserslautern), am
31.01.2010 im KUNSTATELIER FORMA:T (Köln) und am
16.07.2010 vor dem Restaurant Hermann's (Kaiserslautern).
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