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Die Rheinpfalz Artikel von Isabelle Girard
de Soucanton über Tony Caulfields Lesung und Vernissage im Café23
(04.04.2009) und Photos von dem Event
[Note: This article is available in German
language only. Below the text and ads, you'll find photos from
the group reading by the writers Uwe Kraus, Wiebke Kunert, Fabian
Gillmann, Charlotte Van Satansbraten, Rainar Nitzsche, Robert-C.
Scheel and Tony Caulfield, at the Café23, on September 25.]
Alles dreht sich um den Menschen - Der junge Autor und Maler
Tony Caulfield gibt Kostproben seiner Kunst im Café23
Die Rheinpfalz,
07.04.2009, Artikel von Isabelle Girard de Soucanton
Waren es zwei Tage zuvor Fantasy- Geschichten und
Vampireigenarten, die im Café23 von dem Zweibrücker Autor Markus
Heitz gelesen wurden (wir berichteten in der Samstagsausgabe),
so kündigte der Autor und Maler Tony Caulfield für Samstagabend
am gleichen Ort Horrorgeschichten und Fantasiemalerei mit ähnlichen
Inhalten an.
Es ist nicht das erste Mal, dass der junge Otterbacher mit Texten
und Bildern an die Öffentlichkeit geht. "Das
Buch des Wahns", erschienen 2005, beinhaltet sieben Kurzromane
und ist, so "warnt" schon der Klappentext, nichts für Zartbesaitete.
Weiter heißt es dort, dass Caulfield seine Leser - und eben auch
Zuhörer - ins "Splatterpunk Subgenre" mit der Präzision eines
Skalpellschnittes und der Wucht eines Vorschlaghammers" entführe.
Und tatsächlich. Beispielsweise "Lichtes' Schattenkinder". Gleich
zu Beginn sieht sich der Zuhörer zwischen düsteren und zerfallenen
Häusern der einst friedlichen reinen Stadt Shadows über Müll und
Körpersäften auf den Straßen steigen, neben ausgebrannter Kirche
und vergessenen Gräbern, gegenüber zwielichten Gestalten und unwissend
deren Potenzial an geistigem Unrat und "hirnsaftrünstigen" Gelüsten.
An diesem Ort, in nächtlicher Düsternis, ist auch der Dealer Source
unterwegs, hoffend, mit seiner Wunderdroge Mindex Profit zu machen,
wo Depression, physischer und psychischer Zerfall die Menschen
kennzeichnet. Doch es kommt anders. Schaurig suspekte Ereignisse
passieren. Mitspieler sind sein Lieferant Hilkins, zwei Vasallinnen
mit elektrisch geladenen Armreifen, das Phantom Exiter, ein nur
äußerlich an einen Menschen erinnerndes weibliches Wesen mit funkensprühenden
Augen, ein kleinwüchsiger Schrotthändler und Aktivitäten lebloser
Dinge. Das Ganze geht gut aus, und doch bleibt alles im Dunkeln,
was da vorgegangen war.
Im zweiten Teil las Caulfield aus seinem Lyrikband, in dem er
äußerst offen eine eigene Lebenskrise thematisiert. Die Tagebucheinträge,
im Nachhinein reflektiert und analysiert, mündeten in auch in
das Werk "dir
träumte meines toten früher antwort (zebraesque post eines hornverloren
gestreiften einhorns an ihr gelegenheitsopfer: emotionslos-monotoner
identitätsabgesang)" aus dem Jahr 2008.
Der Inhalt behandelt Psychoterror,
Traumata, Manipulation, Denunzierung, krankhafte Schuldgefühle
und ähnliches. Ein Thema, das Caulfield auch seiner Malerei anvertraut.
Folgende Zeilen daraus bieten dafür einen erhellenden Übergang:
"projeziere nicht / das licht / auf die lichtschluckende leinwand
meines seins."
Über dem trauten Rund der roten Sitzgruppe im Café23 zeigt er
insgesamt 14 Bilder
aus den Jahren 1997 bis 2000 und 2007 bis 2009. Stilistisch bewegt
er sich zwischen Zeichnung und Malerei und mixt beide Techniken.
Ein Wechselbad des Lesens erwartet den Betrachter. Erscheint die
Tendenz zu unzähligen Details durchgängig, teilen sich die Bilder
auf in Fenster voller Sortimente hier und die Konzentration auf
ein Hauptmotiv dort. Alles dreht sich dabei um Menschen, in ihrem
Umfeld Partner und Gegner, Tiere, Natur, Behausungen in katastrophalen
Situationen und an traumhaften Orten, in gewalttätigen Zuständen
und erotischer Verzauberung.
So figürlich die Malweise, so abstrakt virtuell der Eindruck.
Die Welt ein Chaos? Vielleicht, wären da nicht die kleinen und
kleinsten Nischen, in denen es sich dennoch zu leben lohnt. Symptomatisch
könnte die Quintessenz lauten wie einer seiner Bildtitel: "symbiotic
longing". Eine ebenso befremdliche wie ureigen menschliche Begegnung,
die Welt des Tony Caulfield.
AUSSTELLUNG
Bis zum 18. April im Café23 zu sehen; weitere Informationen im
Netz unter www.cafe23.de.
Photos von Tony Caulfields Lesung und Vernissage im Café23 findet
Ihr unter der Google Werbung.
You'll find photos from Tony Caulfield's
reading and vernissage at Café23 below the Google ads.
Photos von Tony Caulfields Lesung und Vernissage im Café23
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Rheinpfalz Artikel von Isabelle Girard de Soucanton über Tony
Caulfields Lesung und Vernissage im Café23 (04.04.2009) und Photos
von dem Event.
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